Der Fesselträger

Jedem Reiter/Pferdebesitzer ist der Fesselträger ein Begriff - wenn man an ihn denk, hat man meistens leider eher weniger positive Gedanken. Denn diese Struktur ist durch seine Konzeption einerseits unglaublich klug entwickelt und daher aber leider auch sehr anfällig für Läsionen.

Der Fesselträger - oder auch Musculus interosseus medius -  besteht beim erwachsenen Pferd überwiegend aus Sehnengewebe. Er verläuft auf der Hinterseite jedes Pferdebeins vom oberen Bereich des Röhrbeins kommend nach unten. Etwa auf Höhe des Fesselgelenks teilt er sich in zwei Äste auf und setzt an beiden Gleichbeinen an. Beide Äste geben je einen Streckast nach vorne am Pferdebein ab und inserieren dann in der "gemeinsamen Strecksehne". 

Die seitlich liegenden Griffelbeine am Röhrbein bilden eine Art Führungsrinne - in ihr liegt der Fesselträger. Von allen Sehnen, die auf der Rückseite des Pferdebeins verlaufen liegt er am weitesten innen. Die tiefe Beugesehne liegt also zwischen Fesselträger und oberflächlicher Beugesehne.

Seinen Namen trägt der Fesselträger wegen seiner wichtigsten Aufgabe: er trägt und stützt die Fessel bzw. das Fesselgelenk. Beim Auffußen federt die Fessel nach unten ab -  man spricht vom Durchfesseln. Dieser Mechanismus ist wichtig für eine elastische Vorwärtsbewegung und dient als Puffer und Stoßdämpfer. Der Fesselträger schützt das Gelenk vor zu starkem Durchfesseln. 

Falsch- oder Überbelastung, Huf- und Beinachsenfehlstellungen, oder auch Verletzungen könnnen zu einer Spannungsabnahme in den Strukturen des Fesseltrageapparats sorgen - es kann zur Durchtrittigkeit kommen. 

Wie andere sehnige und ligamentäre Strukturen heilt auch der Fesselträger eher langsam. Ein Grund dafür ist, dass solches Gewebe im Vergleich zu Muskulatur schlechter durchblutet und zellärmer ist. Bei einer Verletzung bildet der Körper häufig Narbengewebe. Dieses ist meist nicht so gut organisiert und nicht so elastisch wie das ursprüngliche Gewebe. Deshalb braucht die Rehabilitation Zeit, und auch nach einer gut ausgeheilten Verletzung sollte die Belastung sorgfältig aufgebaut werden.

In der Therapie werden je nach Befund verschiedene Maßnahmen kombiniert. Wichtig sind immer eine gute tierärztliche Diagnostik, ein sinnvoller Belastungsaufbau und eine individuell angepasste Rehabilitation. Der Therapeut greift gerne unterstützend zu Hilfsmitteln wie z. B. der Bemer Gefäßtherapie, der Laser-Therapie uvm.

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