SOPHIA SCHNEIDER
PFERDEPHYSIOTHERAPIE
SOPHIA SCHNEIDER
PFERDEPHYSIOTHERAPIE

Kaum eine Struktur wird so oft erwähnt und gleichzeitig so wenig verstanden wie das Zungenbein (Os hyoideum) des Pferdes. Dabei ist der Zungenbeinapparat anatomisch hochspannend und verbindet nicht nur Strukturen im Kopf:
Das Zungenbein ist von außen nicht sichtbar. Es ist wesentlich an Kauen, Schlucken sowie an der feinen Koordination im Kopf-Hals-Bereich beteiligt. Der Zungenbeinapparat besteht aus mehreren feinen knöchernen Anteilen, die über knorpelige Verbindungen miteinander gekoppelt sind.
Zwischen den Unterkieferästen H-förmig und wie eine Schaukel aufgehängt, verbindet der Zungenbeinapparat Zunge, Kehlkopf und Schädelbasis miteinander. Besonders spannend ist seine Anbindung an die Vorhand und den Rumpf: Über verschiedene Muskeln besteht beim Pferd eine funktionelle Verbindung zum Schulterblatt und zum Brustbein.
Praktisch heißt das: Ist der Bereich um Zunge, Unterkiefer, Kehlkopf und ventralen Hals frei und gut koordiniert, kann das Pferd den Hals leichter balancieren, freier atmen und die Schulter beweglicher einsetzen. Wird dieser Bereich fest, kann das die Losgelassenheit, die Atmung und die Qualität der Vorwärtsbewegung und des Raumgriffs beeinträchtigen. Das Zungenbein ist biomechanisch betrachtet also ein wichtiger Mitspieler und Vermittler in der Gesamtbewegung des Pferdes.
Auch das Equipment spielt eine zentrale Rolle: Zu eng verschnallte Nasenriemen können beim Pferd Stressreaktionen auslösen und normales Verhalten wie Schlucken und Zungenbewegungen beeinträchtigen. Weiter fortlaufend entstehen oft Symptomatiken wie Empfindlichkeiten im Genickbereich, wenig Abkauen, Kopfschlagen, Zähneknirschen oder dem Pferd fällt es schwer losgelassen an die Reiterhand heranzutreten.
Auch eine zu stark einwirkende Reiterhand, ruckartige Zügelbewegungen, aufgeschobene Zahnbehandlungen oder das unsachgemäße Herausziehen der Zunge können Beeinträchtigungen nach sich ziehen.
In einer physiotherapeutischen oder osteopathischen Behandlungseinheit können das Zungenbein und die assoziierten Muskeln manuell behandelt und in ihrer Beweglichkeit unterstützt werden.
Kurz gesagt: Das Zungenbein ist keine unscheinbare Nebenstruktur, sondern ein zentrales Bindeglied zwischen Maul, Zunge, Kehlkopf, Schädelbasis und Schulterregion – und damit ein echtes Schlüsselsystem für Funktion, Balance und Wohlbefinden.
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